Die 15 schönsten Fachwerkstädte Deutschlands

Kein Haus, kein Fachwerk gleicht dem anderen, herausragende Einzelgebäude bergen Geschichte und Geschichten, so empfangen uns die schönsten Fachwerkstädte Deutschlands.

Als Fachwerkstadt bezeichnet man eine Stadt mit einem historischen Stadtkern, in dem das Fachwerkhaus dominiert, viele davon findet man entlang der Deutschen Fachwerkstrasse, die seit 1990 besteht.

Dabei ist der historische Stadtkern der siedlungsgeschichtlich älteste Teil und zeichnet sich durch sehr dichte Bebauungsstrukturen, verwinkelte Gassen sowie historische Bauten aus. Meistens bildet er den von Touristen besuchten und von den Bewohnern mit Stolz gezeigten Bereich der Stadt.

Das Abwechseln von Holzbalken und Mauerwerk, Steildächer, aber auch Dekorationen und Blumenschmuck: das sind die Hauptkomponenten von Fachwerkbauten, dem Markenzeichen folgender deutscher Städte:

Alsfeld in Hessen ist europäische Modellstadt, eine Stadt mit geschlossener historischen Bebauung. Die Stadt besticht durch ihr Fachwerkensemble mit dem spätgotischen Rathaus und über 400 Fachwerkhäusern.

In Bad Hersfeld, im gleichen Bundesland gelegen, befinden sich 216 denkmalgeschützte Gebäude. Steinerne Patrizierhäuser sowie die gegenüberliegenden Fachwerkhäuser sind Zeugnisse der letzten Baublüte des Hersfelder Klosters.

Eine Altstadt mit über 400 Fachwerkhäusern finden wir in Celle in Niedersachsen. Im Zweiten Weltkrieg unbeschadet geblieben, sind hier zahlreiche Fachwerkhäuser aus den letzten Jahrhunderten zu finden, die teils aufwändig originalgetreu restauriert wurden. Hierzu zählen auch die Celler Synagoge und das wohl bekannteste Fachwerkhaus, das „Hoppener Haus“.

Mittendrin in Duderstadt in Niedersachsen befindet sich das von drei Erkertürmen gekrönte Rathaus, eines der ältesten und schönsten Deutschlands. Duderstadt besitzt eine Altstadt mit ca. 500 Fachwerkhäusern, die durch ihre einmalige Geschlossenheit ein mittelalterliches Stadtbild ergeben. Anlässlich der niedersächsischen „Landesausstellung Natur im Städtebau“ 1994 wurden große Teile der Altstadt umfangreich saniert.

Ebenfalls in Niedersachsen findet man Hann.Münden. Hann. Münden ist reich an restaurierten Fachwerkhäusern (über 700 im historischen Stadtkern) und erhielt bereits eine Reihe von Auszeichnungen für sein Stadtbild, etwa die Goldmedaille im Bundeswettbewerb Stadtgestalt und Denkmalschutz im Städtebau.

Meersburg ist eine schöne Fachwerkstadt in Baden-Würthenberg. Die Fachwerkhäuser in der Oberstadt bilden ein romantisches Ensemble. Das Fachwerk war um 1920 noch mit Putz bedeckt. Heute stehen die repräsentativen Bauten zumeist zur Besichtigung offen. Die kleinen Gässchen, die wunderschönen Plätze und herrlichen Aussichtsterrassen Meersburgs locken im Sommer die Touristen an und bieten schönste Aussichten von oben auf den See und – bei klarem Wetter – auf imposante Bergketten der Alpen. Seit 2004 gehört Meersburg zu den Mitgliedern der Deutschen Fachwerkstraße.

Melsungen in Hessen ist eine Fachwerkstadt mit geschlossener Fachwerkansicht im Altstadtbereich. Hier kann man durch die bunten Gassen der mittelalterlichen Stadt bummeln und eines der schönsten Rathäuser Deutschlands im Fachwerkstil anschauen, das den Marktplatz beherrscht. Gekrönt wird das Gebäude von seinem Mittelturm, in dem sich täglich um 12 und 18 Uhr die geschnitzte Holzfigur des Melsunger Wahrzeichens, der Bartenwetzer zeigt.

In Rotenburg an der Fulda ist man immer von alten und bunten Fachwerkhäusern umgeben. Die Stadt wird durch den historischen Stadtkern, das Schloss mit Parkanlage sowie ihren Kirchen geprägt. Die reizvolle Lage im engsten Talkessel des Fuldalaufes mit den bis an die Stadt reichenden bewaldeten Berghängen bestimmen das liebenswerte Ambiente. Schon ein Bummel durch das alte Landgrafenstädtchen ist Erholung und Erlebnis zugleich und vermittelt dem Betrachter eindrucksvoll die Vergangenheit.

In Südthüringen ist besonders der Ort Schmalkalden hervorzuheben. Der mittelalterliche denkmalgeschützte Altstadtkern besitzt ca. 90 % Fachwerkbauten aus dem 16.-18. Jahrhundert. Das Haus in der Weidebrunner Gasse 13 (erbaut 1369–1370); das älteste Haus Schmalkaldens zeigt eine Mischung aus Ständer- und Stockwerkbauweise. Mit dem Lutherhaus und dem Hessenhof finden wir hier 2 weitere interessante Häuser des Ortes. Schmalkaldens Altstadtkern ist ein wertvolles Zeugnis mitteleuropäischen Städtebaus, eine historisch gewachsene „Erlebniswelt”.

Stolberg im Harz ist Europastadt. Markenzeichen der Kleinstadt sind die vielen Fachwerkhäuser im Renaissancestil. Das Rathaus ist ein Baukuriosum, denn es hat kein Treppenhaus. Den Zugang zu den oberen Stockwerken erreicht man nur über eine äußere Treppe, die gleichzeitig zur spätgotischen St.-Martini-Kirche führt.

Bleiben wir im Harz. Wernigerode hat sehr viele touristische Attraktionen. Der Stadtkern besteht zum großen Teil aus niedersächsischen Fachwerkhäusern. Das neugotische Wernigeröder Schloss erhebt sich über der Stadt und ist schon aus der Ferne gut zu erkennen. Das auffallendste Gebäude am Marktplatz ist das Rathaus, das ideal für Hochzeiten geeignet ist. Das Gebäude besitzt einen großen Festsaal, der über eine Freitreppe an der Westseite betreten werden kann. Es gilt als eines der schönsten Rathäuser Europas.

Auch in Nordrhein-Westfalen kann man schöne Fachwerkstädte finden. Als sehr schönes Beispiel sei hier Detmold genannt. Die historische Altstadt bildet einen Kreis von rund 500 Metern Durchmesser, dessen Mittelpunkt der Marktplatz ist. Innerhalb der Altstadt sind etwa 350 teilweise gut erhaltene historische Gebäude zu besichtigen, besonders in der Langen Straße, der Krummen Straße und der Meierstraße. Der Stadtkern blieb von den beiden Weltkriegen weitgehend verschont. In kleinen (Wohn-)Gassen mit ihren gemütlichen Fachwerkbauten geht es gemütlich zu. Für die besonders gelungene Sanierung der Altstadt wurde 1979 eine Goldmedaille vergeben.

Kommen wir nun zu Goslar in Niedersachsen. Goslar zählt zu den Weltkulturerbestätten der UNESCO. Gewundene Gassen mit Kopfsteinpflaster und mit Schiefer verkleidete Fachwerkhäuser präsentieren nostalgische Anblicke in Serie. In der Schreiberstraße steht eine um 1250 entstandene romanische Kemenate gleich neben einem Bau aus der Gotik, während ein Haus mit aufgemalten Sonnenflügeln auf der anderen Straßenseite die Renaissance repräsentiert. Und der Barock manifestiert sich in der Schreiberstraße. Ein Besuch in Goslar ist immer auch eine kleine Zeitreise zurück in die Geschichte. Die tausendjährige Stadt Goslar ist ein erlebnisreiches Ziel und liegt zudem in herrlicher Natur direkt am Harz. Ihr besonderes historisches Flair und ihre kulturelle Schätze machen die Kaiserstadt zu einem Anziehungspunkt für viele Besucher aus Nah und Fern.

In Eschwege in Hessen befinden wir uns in einem stilistischem Übergangsgebiet zwischen der fränkischen, niedersächsischen und thüringischen Holzbaukunst. Die Einflüsse aller dieser Stilformen haben sich hier seit der Mitte des 17. Jahrhunderts zu einer landschaftstypischen und unverwechselbaren Bauweise verdichtet. Eschwege verfügt noch über einen mittelalterlichen Stadtkern mit geschlossener Fachwerkbebauung. Mehr als 1.000 Fachwerkhäuser, interessante Türme, verwinkelte Gassen, romantische Plätze, aufwendige Flachschnitzereien und figürliche Verzierungen kann man hier entdecken.

Mit Einbeck in Niedersachsen beschließen wir den Reigen der 15 schönsten Fachwerkstädte. Das Stadtbild ist geprägt von mehr als 150 Fachwerkhäusern und bietet ein nahezu vollständig erhaltenes Bild einer spätmittelalterlichen Fachwerkstadt. Aus diesem Grund führt auch die Deutsche Fachwerkstraße über Einbeck.

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Kommentare (2)

  • 27. Dezember 2009 um 11:20 |

    aus meinen persönlichen Besuchen würde ich Dinkelsbühl und Rothenburg ob der Tauber zu den schönsten Orten in D wählen !
    herzliche Grüße,
    Franz Peter JELLY
    A-9614 Vorderberg 132

  • Mac Geiler
    7. Februar 2010 um 13:02 |

    Wo bleibt das Weltkulturerbe Quedlinburg?
    Schön, zu 100 % erhalten, über 1200 Fachwerkhäuser.
    Die wahrscheinlich größte und intakteste Fachwerkstadt der Welt. Und zudem sehr geschichtsträchtig als wiege des deutschen Reiches vor 1000 Jahren.

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